Drei laufende Projekte 

„Kunst fürs Dorf - Dörfer für Kunst" - 2011 in Niedersachsen

Till Backhaus, Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern, übergibt in Berlin den Stab an den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen

Das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen hat ein neues Verkehrsschild in seinem Haus: ein rundes, rotumrandetes Schild mit Kuh und Golfer auf weißem Grund. Das heißt nichts anderes als: Das Land wird zum Freizeitpark, wenn der Landwirt geht. Entworfen hat das Schild eine Künstlergruppe aus Dresden, Teilnehmer des von der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft ins Leben gerufene Projekt „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern stattgefunden hat. 2011 wird das Kunstprojekt in Niedersachsen fortgesetzt. Till Backhaus (rechts im Bild), Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern, hat dazu am 15. März  in Berlin den Stab in Form des Verkehrsschildes an den ehemaligen niedersächsischen Agrarminister Hans-Heinrich Ehlen (links) übergeben.

 

Mit dem im Januar 2009 in Mecklenburg-Vorpommern gestarteten Projekt „Kunst fürs Dorf - Dörfer für Kunst“, das im Oktober 2009 sein vorläufiges Ende fand, will die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft über die Kunst Interesse an den Themen Landwirtschaft, Landschaft und Leben auf dem Lande wecken. Sechs Monate lang lebten und arbeiteten vier hochkarätige Künstler in Mecklenburg-Vorpommern, um im Dialog mit den Dorfbewohnern ein Kunstwerk für „ihr Dorf" zu schaffen. Es ging dabei ums Hinschauen, Sicheinmischen, Miteinanderreden und darum, das Gemeinschaftsgefühl in den Dörfern zu fördern, um den Menschen eine selbstbewusste Identifikation mit ihrer Region zu ermöglichen. Ort des Geschehens ist nicht das Atelier des Künstlers, sondern das Dorf selbst. Jedes Kunstprojekt finanziert die Stiftung mit 20.000 Euro.

Leitfaden „Landwirtschaftliche Gebäude für die Zukunft - zukunftsorientiert planen, landschaftsgerecht und nachhaltig bauen"

Der Landwirt wird mit seinem Betrieb in Zukunft nicht mehr im Dorf anzutreffen sein. Will er auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig bleiben, ist er auf größere Betriebsgebäude angewiesen, die aus Platzgründen künftig außerhalb der Dörfer errichtet werden müssen. Umso drängender ist die Frage, wie der Umzug der Landwirtschaft vom Dorf aufs freie Land vernünftig vonstatten gehen kann.  Neue landwirtschaftliche Gebäude müssen heute aus baurechtlichen Gründen als exponierte Solitäre in der freien Landschaft erstellt werden. Kommt es zu hier gestalterisch fragwürdigen Ergebnissen, wirkt sich dieses negativ auf das Landschaftsbild aus.

Der Leitfaden geht der Frage nach, welche Standorte geeignet sind, um zukunftsfähige Betriebsstrukturen aufzunehmen, ohne dabei die Kulturlandschaftsbilder, die wir im Kopf haben, zu zerstören. Dabei werden neben der klassischen landwirtschaftlichen Produktion auch der Anbau und die Vermarktung regionaler Produkte des konventionellen und ökologischen Landbaus berücksichtigt.

Veränderte Nutzungen in der Landwirtschaft werden zu neuen Landschaftsbildern führen und Folgen für den Naturschutz haben. Diese absehbaren Veränderungen sollten bereits in den planerischen Grundlagen sowie im Rahmen regionaler Entwicklungskonzepte berücksichtigt werden, um ökologischen und landeskulturellen Anforderungen gerecht zu werden. Mit dem Leitfaden werden den landwirtschaftliche Bauherren und den im Genehmigungsverfahren beteiligten Behörden Kriterien für eine gute Baugestaltung und eine gute Standortwahl nachvollziehbar dargelegt und erläutert. Wichtig ist den sieben Autoren, Experten auf ihrem Gebiet, Verständnis für die Belange der jeweils anderen Seite zu wecken.

AuktionEins

Auktionsobjekte

Im Juni 2009 veranstaltete die Stiftung ihre AuktionEins für einen guten Zweck, bei der bezaubernde Tierplastiken des Berliner Künstlers Lutz Mader in Gestalt von Schweinen und Kühen meistbietend versteigert worden sind.

Unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers zu Guttenberg sind bei der Versteigerung in Berlin 20.000 Euro zusammengekommen. Mit diesem Erlös wird die Stiftung Kinder zum Unterricht auf den Bauernhof schicken und dazu das Sächsische Projekt „LernErlebnis Bauernhof" finanziell unterstützen. Da manche Eltern die Schulausflüge ihrer Kinder nicht mehr bezahlen können, springt die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft hier ein und übernimmt die Fahrtkosten, um möglichst vielen Kindern den Besuch eines Bauernhofes und den Kontakt mit der Kulturlandschaft zu ermöglichen.