Das Dorf als Atelier
Wie sich die Stiftung ihr Projekt vorstellt
Das öffentliche Interesse konzentriert sich in erster Linie auf die großen Kunst- und Kulturzentren in den Großstädten. Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft verfolgt mit dem Modellprojekt „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ das Ziel, auf die kulturelle Vielfalt im ländlichen Raum hinzuweisen und diese zu fördern. In den ländlichen Regionen herrscht oft ein reges Vereinsleben. Chöre und Kulturvereine, Karnevalsvereine und Blaskapellen sind dort aktiv. Dieses Bürger-Engagement ist wichtig und fördert das soziale Miteinander.
Indem die Bürger ihren Heimatort engagiert mit gestalten, werden überhaupt erst elementare Grundlagen für Kunst- und Kulturprojekte geschaffen. Zudem spielt gerade in ländlichen Gebieten neben dem kulturellen Wert auch der soziale Aspekt der Kunst eine besondere Rolle. Kunst fördert das Gemeinschaftsgefühl der Gemeinde und eine selbstbewusste Identifikation mit dem Ort und der Region. Beides gilt es zu bewahren, und dies hat sich die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft zum Ziel gesetzt.

- Die Künstler des Projektes 2009 (v.l.): Leni Hoffmann, Rolf Wicker, Martin Keil und Henrik Mayer
Das landschaftlich äußerst reizvolle und von einer modernen Agrarwirtschaft geprägte Mecklenburg-Vorpommern war für den Auftakt des Kunstprojektes im Jahr 2009 besonders geeignet. Das Leben auf dem Lande hat sich hier in den vergangenen zwanzig Jahren drastisch verändert. Bevölkerungsrückgang, Überalterung und Arbeitslosigkeit sind Probleme, mit denen viele Regionen in Mecklenburg-Vorpommern fertig werden müssen.
Der Schwerpunkt des Projektes „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ liegt auf dem Ereignis von Kunst auf dem Lande, wobei die Gemeinde zu einer aktiven Rolle als Auftraggeber und Mitgestalter für Kunst ermutigt wird. Das Projekt ermöglicht den Gemeinden, im Dialog mit dem Künstler am Ereignis des künstlerischen Vorgangs teilzuhaben. Kunst soll in diesem Zusammenhang die Identität der Dorfbewohner stärken und Anregungen geben für ein bewussteres Leben miteinander.
Das Projekt richtet sich an Gegenwartskünstler, die die neue Realität der Menschen im ländlichen Raum in ihrem Werk thematisieren wollen. Angesprochen sind Künstler, die sich mit ihrer Kunst bewusst in soziale und politische Prozesse einmischen wollen. Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft fördert jedes Kunstprojekt mit 20.000 Euro.



