Diskussionsforum 2012

18. September 2012

„Neue Energien – Neue Ideen für die Landschaft?“

Diskussionsforum zu den gestalterischen Herausforderungen und Chancen der Energiewende

WKA_WaldDie Umstellung der Energieversorgung in Deutschland auf überwiegend regenerative Energien hat das Erscheinungsbild der Kulturlandschaft in einigen Bundesländern bereits deutlich verändert. In den kommenden Jahren wird sich die Zahl und Dichte von Windkraft-, Biogas- und Solaranlagen noch deutlich erhöhen. Zur Gewährleistung einer flächendeckenden Energieversorgung müssen auch die Stromnetze oberirdisch weiter ausgebaut werden. Der zunehmende Anbau von Energiepflanzen verleiht zudem auch den landwirtschaftlichen Produktionsflächen ein neues Gepräge.

Wir sind gefordert, durch eine integrierte und dialogische Planung die Voraussetzungen für eine ganzheitliche gestalterische Weiterentwicklung über kommunale Grenzen hinweg zu schaffen. Darüber waren sich die über 70 Teilnehmer aus Landschafts- und Regionalplanung, Politik und Verwaltung, Verbänden und Forschungsinstitutionen einig, die am 18. September 2012 der Einladung zum Diskussionsforum der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft „Neue Energien – neue Ideen für die Landschaft?“ gefolgt waren.

Die Ausschreibung von Wettbewerben zur Gestaltung solcher Energielandschaften könnte ein geeignetes Instrument sein, um neue Ideen zu fördern. Claus Herrmann (hochC Landschaftsarchitekten), sprach von einer „Kultur der Erneuerbaren Energien“ und regte in diesem Zusammenhang eine innovativere Anwendung von Kompensationsmaßnahmen zur Verbesserung des Landschaftsbildes an.

Neben Claus Herrmann hatten auch Prof. Susanne Hauser (UdK Berlin), Prof. Sören Schöbel (TU München) und Prof. Ulrich Riedl (Hochschule OWL) in ihren Impulsreferaten den Gestaltungsbedarf und die Gestaltungsmöglichkeiten bei der Planung von Windenergie-, Solar- oder Biogasanlagen und dem Anbau von Energiepflanzen aufgezeigt.

 

In der daran anschließenden Podiumsdiskussion ergänzten Christine Wernicke (Bürgermeisterin der Gemeinde Uckerland), Andreas Fennert (IFE Eriksen AG), Klaus Peter (Bürgerwind Region Freudenberg) und Sebastian Damm (Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber GmbH) die Vorträge durch Erfahrungsberichte aus der Praxis. Dabei zeigte sich, dass die bisher praktizierte Standortsuche im Ausschlussverfahren kaum Spielraum für konzeptionelles gestalterisches Handeln unter Einbeziehung aller Betroffenen lässt. Nicht selten stehen dem auf lokaler Ebene auch zahlreiche Hindernisse im Wege.

In der Diskussion wurde deutlich, dass gerade beim Bau von weithin sichtbaren Windkraftanlagen der neuen Generation eine regionale Koordination und interkommunale Zusammenarbeit unabdingbar sind, wenn zufriedenstellende, landschaftlich adäquate Lösungen gefunden werden sollen.

Die Beiträge der Referenten und die spannende Podiumsdiskussion sind in einem Themenheft zusammengefasst, mit dem die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft weiteren praxisnahen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung unserer Kulturlandschaften leisten will.

Titel_Neue Energien-neue Ideen„Neue Energien – Neue Ideen für die Landschaft?“
Hrsg: Landschafft – Deutsche Stiftung Kulturlandschaft
44 Seiten
1. Auflage / Berlin 2013

Agra-Europe 24. September 2012